% Ingo Ruhnke
% Nachteile freier Software
% nachgesehen am 20.03.2002 von Marcel Martin, mmar@freenet.de

\subsection{Vor- und Nachteile Freier Software}

\subsubsection{Innovationsarmut}

Sehr viele Software im Bereich der Freier Software ist letztendlich
 darauf hinaus proprietäre Software nachzumachen, teilweise ist das
 Resultat daraus der proprietären Software überlegen, teilweise
 bleibt sie aber auch hinter dem proprietären Produkt zurück.
 Letztendlich hat die Vergangenheit aber gezeigt, dass Freie Software
 nicht zu Innovationen neigt. Innovative Ideen, bzw. Implementationen
 derselben haben oft das Problem genug Leute zu finden, die daran
 mitarbeiten. Letztendlich ist es wohl deshalb so, weil es einfacher ist etwas bekanntes
 zu duplizieren, als etwas von Grund auf neues zu machen.

\subsubsection{Useability}

Viele Freie Software hat nicht ganz zu Unrecht den Ruf "`von
 Programmierern für Programmierer"' zu sein. Usability-Tests, wie sie bei
 komerzieller Software zu finden sind, gibt es bei Freier Software eher
 selten, bzw. wenn, dann wird sie eben von den Benutzern selbst gemacht
 und die sind meist schon recht "`schmerzresistent"', wodurch grobe
 Schnitzer in der Usability gerne verziehen werden. Ansätze dies zu
 ändern gibt es aber reichlich, sowohl beim Gnome, als auch beim KDE
 Projekt wird darauf geachtet und dementsprechend ist dort auch der 
 meiste Vortschritt bei der useablity zu sehen. Inkonsistenzen zum Rest
 System bleiben aber leider nicht aus, da KDE und Gnome auch nur ein Teil
 des ganzen sind.

\subsection{Maintaince} %ingo: Faellt jemandem ein besserer Name ein?

Allerdings hat Freie Software auch teilweise deutliche Vorteile
 gegenüber proprietärer Software, diese sind im wesentlichen durch
 die gegebene Freiheit bedingt. Als Beispiel wäre hier das
 Installieren von Treibern zu erwähnen, bei einem Proprietären System
 muss man sich seine Treiber und Updates derselben in aller Regel
 beim Hersteller der Hardware zusammensuchen, was vergleichweise
 aufwändig werden kann, wenn man Hardware von verschiedenen Herstellern
 einsetzt. Bei Freier Software bekommt man alle Treiber in der Regel
 aus einer Quelle, meist dem Distributor, das heißt, man muss sich
 nicht die Treiber zusammensuchen, sondern sie werden bei der
 Distribution mitgeliefert. Ähnlich sieht es mit der Software selbst
 aus, Updates bei proprietärer Software müssen ebenso mühsam zusammen
 gesucht oder gar gekauft werden, bei Freier Software bekommt man sie komplett und
 fertig zum Installieren beim Distributor. Updates lassen sich so
 teilweise mit Null Aufwand einspielen, was im Gegensatz zu
 proprietärer Software ein enormer Vorteil ist. Ganz so einfach ist es
 aber nur wenn man seine Software direkt vom Distributor bezieht, wenn
 man sie aus den Upstream-Quellen\footnote{
 Upstream bezeichnet in der Regel den Ort wo die Software ursprünglich hergekommen ist,
 der Upstream-Autor ist also z.\,B derjenige der die Software geschrieben hat.
 Distributoren liefern in der Regel nicht den selben Code wie der Upstream, sondern
 verändern diesen minimal um ihn an die Distributionsspezifischen Gegebenheiten anzupassen.
}
 beziehen will, ist die Installation
 und das Updaten oft deutlich komplizierter. Ein weiterer wesentlicher
 Vorteil bei Freier Software ist, dass man sie verteilen, kopieren und
 verändern kann, bei proprietärer Software ist das aufwändig und
 kostspielig (Lizenzen kaufen/verwalten) bzw. illegal.
 %FIXME:ingo: Wir haben noch nichts zur Sicherheit.

\subsection{Neue Technik}

Bei neuen Techniken oder Dateiformaten, wie MP3, QuickTime oder MPEG4
 hat Freie Software oft ein Problem. Dies liegt aber nicht, wie andere
 Probleme, in der Art wie Freie Software hergestellt wird begründet,
 sondern liegt im wesentlichen an schlecht oder gar nicht dokumentierten
 Dateiformaten oder an Patentproblemen, die das Implementieren von
 Freien Readern oder Writern für ein Dateiformat unmöglich machen,
 so gibt es zwar Encoder für MP3, allerdings sind diese aufgrund von
 Patenten in einigen Ländern illegal und können somit nicht benutzt
 werden.
 Bei QuickTime, bzw. genauer dem Sørensen Codec, dem momentan wohl
 meistbenutzten Format wenn es um Filme oder Trailer im Internet geht,
 ist das Problem noch schlimmer, hier ist sowohl das encoden als auch
 das decoden ohne lizensierten Player untersagt ist, es existiert also
 keine Freie Software um QuickTime Filme abzuspielen.
 Letztendlich schaut es hier bei proprietärer Software nicht anders
 aus, alternative Player gibt es in der Regel nur sehr selten.
 
Die mangelnde Dokumentation von Hardware macht es Autoren Freier
Software auch nicht einfach Treiber für eine Hardware zu schreiben,
die alle Features dieser benutzt. So ist es zwar oft so das ein
Treiber existiert, dieser allerdings oft hinter einem proprietären
Treiber hinterherhinkt. Bei gut dokumentierter Hardware, kann man
allerdings auch oft beobachten, das die Hardware besser oder flexibler
läuft mit einem Freien Treiber, da diese in der Regel besser gepflegt
werden als ein proprietärer.


