% Autor: Henner Sudek
% Geschichte

\section{Geschichte}
\subsection{Das GNU-Projekt}
Das GNU\footnote{
GNU steht für \emph{GNU's Not Unix} und ist ein rekursives Akronym}-Projekt
 wurde 1984 von Richard M. Stallman\footnote{
     \hrefn{http://www.gnu.org/people/rms/}
 } (im Allgemeinen einfach RMS
 genannt) mit dem Ziel gegründet, ein komplett freies Betriebssystem samt
 Anwendungsprogrammen zu schreiben. Wobei \emph{frei} hier nicht im Sinne von
 kostenlos, sondern im Sinne von Freier Software zu sehen ist, d.\,h. der
 Benutzer hat das Recht die Software zu verändern und zu verteilen. 
 Um diese besondere Bedeutung von "`frei"' zum Ausdruck zu bringen,
 wird gerne der erste Buchstabe groß geschrieben, es wird also von
 "`Frei"' gesprochen, beziehungsweise im Englischen von "`Free"', im
 Gegensatz zu "`free"'. Zur kurzen und bündigen Erlärung worum es bei
 Freier Software geht, kommt auch der Spruch: \emph{"`free"' as in
   "`free speech"', not as in "`free beer"'} gerne zum Einsatz. %mm: quelle?
 Das GNU-System sollte dabei kompatibel zu Unix sein, aber %mm: passt hier nicht mehr
 es erweitern und verbessern, falls nötig.

Im Jahre 1985 hatte das GNU-Projekt schon eine Vielzahl an Tools, unter anderem
 den Texteditor Emacs\footnote{
	Emacs ist ein in \emph{Lisp} programmierbarer Texteditor. Durch
	seine Programmierbarkeit ist er nahezu unbegrenzt erweiterbar.
	Inzwischen gibt es für den Emacs
	Erweiterungen, die es erlauben ihn als wissenschaftlichen
	Taschenrechner (\emph{calc}), als Mail- und News-Reader, als
	Datenbank oder gar als Shell-Ersatz (\emph{eshell}) zu benutzen.
 },
 einen yacc-kompatiblen Parser-Generator, sowie einen
 Compiler und einen Linker hervorgebracht. Zu einem kompletten System fehlte jedoch noch eine
 wichtige Komponente: Der Kernel.
 Die Rolle des Kernel sollte planmäßig vom \emph{Hurd} übernommen werden, es
 kam aber anders und der Linux-Kernel wurde deutlich schneller
 benutzbar, der Hurd-Kernel ist es erst seit kurzem, sodass die
 meisten freien Systeme heute auf dem Linux-Kernel basieren,
 bzw. auf den größtenteils unabhängigen Entwicklungen von
 BSD (s.\,u.). RMS gründete zur Unterstützung seiner Pläne die \emph{Free Software
 Foundation}, kurz FSF.

\subsection{Der Hurd-Kernel}
Die Entwicklung des Hurd-Kernels wurde im Jahre 1986 begonnen. Zunächst hatte die
 FSF damit begonnen den TRINIX-Kernel ihren Bedürfnissen anzupassen und Fehler zu
 beseitigen. Das wurde aber ein Jahr später zugunsten des Mach-Kernels aufgegeben.
 Nachdem der Mach-Kernel 1990 unter einer freien Lizenz herausgegeben wurde,
 wurde damit begonnen den Hurd-Kernel auf Basis des Mach-Kernels zu entwickeln.
 Die Entwicklung ging jedoch relativ schleppend voran, denn im Gegensatz zu
 Linux setzt der Hurd-Kernel nicht auf bewährte Technologien, sondern betritt in
 vielen Gebieten Neuland. So ist der GNU Hurd kein monolithischer Kernel, sondern
 baut auf einem Microkernel auf.

Der GNU/Hurd-Kernel erreicht nun langsam auch ein Stadium, in dem er für viele
 Einsatzgebiete benutzbar wird und das Debian-Projekt arbeitet an einer auf Hurd
 basierenden Distribution -- \emph{Debian GNU/Hurd}.

\subsection{Linux}
Der Linux-Kernel entwickelte sich anders als das GNU-System. Er war
 nicht mit dem Ziel gestartet worden, ein von vielen benutzbarer Kernel zu werden oder
 gar ein komplettes Betriebssytem, er
 war auch nicht durch ethische oder philosophische
 Gesichtspunkte motiviert. Statt dessen entstand er vielmehr durch
 die teils chaotische Zusammenarbeit von vielen Interessierten unter
 der Führung des finnischen Informatik-Studenten Linus Torvalds\footnote{
	\href{http://www.cs.helsinki.fi/~torvalds/}{http://www.cs.helsinki.fi/\textasciitilde torvalds/}
 }.

Das Ganze begann im April 1991, als Linus anfing an einem neuen
 unixartigen Betriebssystem zu arbeiten. Das Projekt war anfangs nur
 dazu gedacht, den 386er näher kennenzulernen, und so wurde auf
 Portabilität und ähnliche Gesichtspunkte erstmal wenig Wert gelegt.
 Als Ausgangspunkt für das Projekt diente \emph{Minix}, ein kleines,
 kostenpflichtiges Unix-Betriebssystem, das vor allem für den
 Unterricht gedacht war.
 Einige Monate später, im Oktober 1991, kam dann die erste öffentliche
 Linux-Version heraus, 0.02. Sowohl die GNU Bash als auch der GNU-Compiler
 waren portiert worden.
 In den Monaten darauf folgten weitere Versionen und weitere Leute schlossen
 sich an. Es gab auch einiges an Bibliotheken, die für
 Minix\footnote{
	\href{http://www.cs.vu.nl/~ast/minix.html}{http://www.cs.vu.nl/\textasciitilde ast/minix.html}
 } geschrieben worden waren und jetzt auf Linux portiert wurden.
 Mit 0.11 kam dann die erste Version heraus, die eigenständig war.
 Alle vorigen brauchten noch ein Minix, um sie zum Laufen zu bringen.

Mit der Version 0.12 wurde Linux dann unter die GNU GPL gestellt, da die
 vorherige Lizenz zu restriktiv war. Sie erlaubte zum Beispiel nicht, mit
 Linux Geld zu verdienen. Bereits 1992 wurde von \emph{SuSE} die %ingo: War nicht Slackware zuerst da? Quellen?
 erste kommerzielle Linux-Distribution erstellt. Zwei Jahre später folgte dann
 die Firma \emph{Red Hat}. 1993 wurde das Debian Projekt\footnote{
 	\hrefn{http://www.debian.org/}
 } gestartet, das es sich zum Ziel
 gesetzt hatte eine freie Linux-Distribution zu entwickeln. Heute gibt es eine
 Vielzahl von Linux-Distributionen für die verschiedensten Einsatzgebiete.

\subsection{BSD}
Die erste BSD-Variante (\emph{Berkeley Software Distribution}) wurde 1978 an der
 Berkeley Universität von Kalifornien\footnote{ \hrefn{http://www.berkeley.edu/}} basierend auf
 UNIX V6 entwickelt. Unix war
 1969 von AT\&T in den Bell Labs entwickelt worden. Universitäten waren in der
 Lage Unix für sehr wenig Geld zu kaufen und erhielten sowohl den gesamten
 Sourcecode, als auch das Recht diesen beliebig zu verändern.

 Da bei AT\&T jedoch zunehmend kommerzielle Interessen in den Vordergrund rückten
 und somit Unix ab 1984 unter einer rein kommerziellen Lizenz vertrieben wurde,
 versuchte man den ursprünglichen Code durch eigenen zu ersetzen, was auch 1993
 mit BSD 4.4 endgültig erreicht worden war.

 Bereits 1991 hatten William und Lynne Jolitz BSD auf den 386 portiert und diese %mm: 386
 Variante 386BSD genannt. Die drei heutigen BSDs basieren alle auf 386BSD
 zusammen mit einem Teil des Codes aus BSD 4.4. FreeBSD wurde ins Leben gerufen,
 um das Installieren auf 386-basierten Maschinen zu erleichtern. Mit der
 Entwicklung von NetBSD wurde etwa zur selben Zeit begonnen mit dem Ziel, BSD auf
 eine möglichst große Zahl von Rechnerplattformen zu portieren. OpenBSD wurde
 dann 1996 von dem NetBSD Projekt abgespalten, da einige Entwickler der Meinung
 waren, die Sicherheit würde bei NetBSD nicht ausreichend beachtet. OpenBSD
 wurde seitdem speziell in Bezug auf Systemsicherheit weiterentwickelt.
 Die drei BSD Varianten bieten also zu dem GNU System, beziehungsweise
 zu Linux, eine ebenso freie Alternative, die allerdings nie so recht
 die Bekanntheit von Linux erreicht hat, die Gründe hierfür mögen wohl
 hauptsächlichen im geschlosseneren Entwicklungsmodell von BSD liegen.

\subsection{Apache}

Der \emph{Apache Webserver}\footnote{
	\hrefn{http://www.apache.org/}
 } ist neben GNU/Linux und BSD eines der erfolgreichsten und bekanntesten Open-Source-Projekte überhaupt.
 Der Name Apache geht auf die Bezeichnug "`A Patchy Server"' zurück, da Apache aus
 einer Sammlung von Patches für den \emph{NCSA}-(National Center for Supercomputing %mm: bindestrich
 Applications)-Webserver entstanden ist.
 Die Apache Group wurde im Februar 1995 von acht Mitgliedern gegründet. Bereits im
 April 1995 wurde dann die erste öffentliche Version (0.6.2) des Apache-Servers
 vorgestellt. Obwohl bereits diese frühe Version vielfach eingesetzt wurde,
 war den Entwicklern klar, dass die gesamte Codebasis überarbeitet
 werden musste, wollte man die hohen Ziele, die man sich für die Entwicklung des
 Apache gesteckt hatte, erfüllen. Daher wurde von Robert Thau eine vollkommen
 neue Serverarchitektur entwickelt, die seit der Version 0.8.8 Basis des Apache
 ist. Die Version 1.0 wurde am ersten Dezember 1995 veröffentlicht und
 war so erfolgreich, dass Apache innerhalb eines Jahres nach der Gründung der
 Apache Group bereits den NCSA-Webserver als den am häufigsten
 eingesetzten Webserver überholt hatte und die Positon bis heute halten konnte,
 wie die Netcraft-Studien\footnote{
	\hrefn{http://www.netcraft.com/survey/}
 } belegen (Abbildung \ref{fig:netcraft}).
 War die Apache Group anfänglich nur gegründet worden, um den Webserver der NCSA
 weiterzuentwickeln, so haben sich hieraus bis heute eine ganze Reihe von Projekten
 entwickelt, die das Ziel verfolgen, nicht nur einen Webserver, sondern auch Software
 zu entwickeln, die benötigt wird, um den Server möglichst vielseitig einsetzen zu können.
 Aus der Apache Group entstand im September 1999 die Apache Software Foundation, die
 es sich zum Ziel gesetzt hatte die Apache Open-Source-Projekte sowohl finanziell
 als auch rechtlich zu unterstützen. Einige Mitglieder der Apache Software Foundation
 vertreten bekannte Firmen wie z.\,B. Red Hat, IBM oder Sun Microsystems.
 Momentan befindet sich die Version 2.0 des Apache Webservers in der Entwicklung,
 die neben vielen Detailverbesserungen vor allem die Skalierbarkeit erhöhen soll,
 sodass Apache besonders auf großen Systemen besser eingesetzt werden kann.
 Diese neue Version wird wohl die Vormachtstellung des Apache als führenden
 Webserver weiter festigen. \autor{hs}

%FIXME:ingo: Sollte man vielleicht in Farbe drucken, Farbdrucker steht in der MatheFak, wenn gebraucht

\begin{figure}
%\begin{narrow}{-1.0in}{0in}
 	\centering
	\includegraphics[width=\textwidth, viewport=0 0 570 173]{apache1} % bei eps: bb=0 0 820 250
 	\caption{Marktanteile verschiedener Webserver}
%\end{narrow}
\label{fig:netcraft}
\end{figure}
% zum Konvertieren von Grafiken ins PDF-Format: convert -page A4+0+0 infile.png outfile.pdf
% Am besten als infile JPEG oder PNG nehmen, die resultierenden Dateien werden dadurch
% schön klein, da die Bilddatei nur ins PDF eingebettet wird und nicht nochmal konvertiert/komprimiert o.Ä.
